Inzwischen ist das Wildwuchs Team vollständig. Ihr seht uns hier bei unserer ersten gemeinsamen Team-Sitzung. Damit ihr uns besser kennenlernt, hat jede:r drei kurze Fragen beantwortet.

1. Wo findet man Dich, wenn Du nicht bei Wildwuchs bist?

2. Wildwuchs feiert ja dieses Jahr sein 20jähriges Bestehen. Was hast Du im Jahr 2001 gemacht?

3. Was war Dein persönliches Kulturhighlight seit dem letzten Wildwuchs-Festival?

Hier sind unsere Antworten:

Céline Wenger, Geschäftsführerin


1. Wenn ich nicht bei Wildwuchs bin, findet man mich im vierköpfigen Haushalt mit zwei kleinen Kindern, einem Haufen Plüschtieren zwischen Bergen von Zeichnungen und Staubmäusen in den Ecken.

2. 2001 war ein aufregendes Jahr: trotz Liebeskummer habe ich einen explodierten Blinddarm und einen Hausbrand überlebt.

3. Meine Highlights: Kindertheater von Ronja Räubertochter im strömenden Regen und eine begeisterte Basler Theaterfestival Eröffnung, die sich anfühlte, als wäre die Gesellschaft gerade aus einem Dornröschen-Schlaf aufgewacht. Es war als hätten alle an jenem Tag Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig erlebt.


Frederike Dengler, Produktion:


1. Mich findet man im See oder in der Limmat, seit dieser Saison zum ersten Mal auch bei Minusgraden.

2. 2001 bin ich 18 geworden und habe mit dem alten Passat meiner Eltern am Rastplatz einer italienischen Autobahn für den Führerschein geübt.

3. Das Theaterstück «Dionysos Stadt» von Christopher Rüping in den Münchner Kammerspielen. Ein 10stündiger Theatertag, an dessen Ende ich im leisen Schneefall auf der Maximilianstrasse stand und mich so fest gefreut habe darüber, wie gemeinschaftsstiftend Theater sein kann!


Gunda Zeeb, Künstlerische Leiterin


1. Ich muss es gestehen – in Zürich. Und dort – wenn nicht gerade in meinem anderen Herzens-Projekt «About Us!» involviert – gerne laufend, schwimmend, Velo fahrend oder Theater schauend.

2. In London studiert und einige Pfunde abgenommen, da ich mein knappes Budget lieber in Theaterbesuche als Essen investiert habe. Dort habe ich auch erstmals die Selbstverständlichkeit von Inklusion in der Kunst erlebt.

3. Am allermeisten berührt hat mich die Eröffnungsrede der brasilianischen Theatermacherin Lia Rodrigues am Theaterfestival, wo sie uns klar vor Augen geführt hat, wie gut es uns hier trotz Pandemie noch geht und wie wichtig internationale künstlerische Kooperationen sind.


Heike Dürscheid, Kommunikation:


1. Wenn ich nicht an der Hochschule für Kunst und Gestaltung unterrichte, bin ich meistens im Theater oder auf dem Flohmarkt zu finden. Und im Sommer am Rhein.

2. 2001 habe ich meine erste Stelle als Schauspieldramaturgin am Theater der Stadt Heidelberg angetreten und bin – wann immer es möglich war – schwer verliebt in die Schweiz gependelt.

3. Der Saisonauftakt in der Kaserne Basel diesen September mit dem belgischen Tanztheater-Kollektiv Peeping Tom und ihrer Performance «Kind». Selten habe ich so gestaunt im Theater.


Livia Matthäus, Produktion Wildwuchs Unterwegs


1. Bei meinem Bauwagen am werkeln … Fenster einbauen, Kacheln töpfern, Lehmwände bauen – meine ganz eigene Form von Meditation.

2. Da war ich zarte 12 Jahre alt und zum ersten Mal über beide Ohren verliebt. Es geschah am Weihnachtskonzert meiner Schule. Sie hiess Helen und spielte Gitarre. Der Moment dauerte wohl nur ein paar Minuten, aber es hat sich so überwältigend schön angefühlt, dass ich in diesem Jahr meine Queerness zum ersten Mal nicht als Anderssein sondern als Geschenk und Stärke erleben durfte.

3. Jede einzelne Ausgabe von unseren «Notwendigen Geschichten» in der Markthalle.


Martin Haug, Projektleiter Wildwuchs Unterwegs


1. Mich findet man beim online Unterricht, beim Singen, Lesen, Wandern, beim Chatten mit den Kollegen in unserem Georgien-Projekt, im Rhein oder in der Aare und doch immer wieder beim Nachdenken über Wildwuchs.

2. Mit meiner Frau zusammen unsere 4 Kinder begleitet, für das erste Wildwuchs Festival geplant, viel Fussball gespielt und mit einem brillanten Juristen im Rollstuhl ein Nationales Forschungsprogramm zu «Menschen mit Behinderungen» lanciert.

3. Die Aufführung der Oper «Saint François d’Assise» in drei Akten und acht Bildern von Olivier Messiaen zur Spielzeit-Eröffnung 2020/21 des Theater Basel. Ein Mammutprojekt von fast vier Stunden, entstanden mit den Einschränkungen durch Corona, das die ganze grosse Bühne und seinen Zuschauerraum bespielt. Eine unglaubliche Leistung.