Wildwuchs steckt mitten in der Transformation. Das neue Leitungsteam wird eingearbeitet und ehemalige Mitarbeitende sind sich langsam am verabschieden. Diese Umordnung braucht Zeit. Noch tummeln wir uns im Chaos:). Die Webseite zeigt vieles von dem was war und weiterläuft und noch wenig von dem was kommen wird. Wir bitten deshalb um Geduld bis sich die Unordnung gelüftet haben wird und sich etwas Neues zeigt.

Wie ein Festival denken in Zeiten der Pandemie? Das war unsere grösste Herausforderung, als wir – Mirjam Gasser, Manuel Gerst und ich – noch im ersten Lockdown begannen, das Programm für das Wildwuchs Jubiläum 2021 zu planen. Niemand ahnte, dass die Situation ein Jahr später noch immer ähnlich sein würde. Aber Corona hatte uns schon da nachhaltig geprägt und wir wollten dringend über Themen reflektieren, die im ersten Schwung der Pandemie sichtbar geworden waren bzw. schmerzlich vermisst wurden. Und so entstand die inhaltlich-formale Setzung des diesjährigen Festivals: EINS-ZWEI-DREI.

Das Thema der Einsamkeit wird thematisch in den Fokus gestellt, indem zu Beginn ausschliesslich Solo-Arbeiten im Theater und ausserhalb präsentiert werden (EINS). Die zweite Station des Festivals zum Thema Solidarität zeigt Produktionen, die mit zwei bis drei Performer:innen auf der Bühne arbeiten (ZWEI). Am Ende des Festivals feiern wir – soweit eben möglich – mit einer grösseren Tanzproduktion und einem Konzert die Gemeinschaft (DREI).

Auch wenn vieles, was in der Vergangenheit ein Festival ausgemacht hat – grosse internationale Produktionen, volle Säle, lebendige Nachgespräche, volle Festivalzentren und persönliche Begegnungen mit Künstler:innen – im Moment so nicht möglich ist, feiern wir doch mit einem abwechslungsreichen Programm aus Performance, Theater, Tanz und anderem die Diversität unserer Gesellschaft und die Kraft der Kunst.

Unter anderem zeigt die Zürcher Performancekünstlerin Brandy Butler ihr neues Projekt «avoirdupois», die spanische inklusive Tanzcompagnie danza mobile präsentiert mit «Helliot» ein beeindruckendes Solo für einen jungen Tänzer und die Basler Tänzerin Rebecca Weingartner macht uns hüpfend Hoffnung auf bessere Zeiten. Ausserdem kommt die Choreographin Doris Uhlich mit der pandemischen Version ihres Stücks «Habitat» in die Kaserne und die Regisseurin Beatrice Fleischlin überzeugt mit ihrem Geschwisterstück «0021 – Diamonds are forever» im Roxy. Zudem entführen wir Sie mit Erinnerungsgeschichten ins Museum der Kulturen und laden Sie ein, auf der Spur einer blinden Künstlerin Basel zu erforschen.

Feiern Sie also mit uns 20 Jahre Wildwuchs und lassen Sie sich durch Kunst im Theater, vor Ihrer Haustür oder in Ihrer Institution verführen.

Viel Vergnügen beim Stöbern im Programm,

herzlich Gunda Zeeb & das Wildwuchs Team